Der Obelisk auf dem Petersplatz ist der Kronzeuge der Kreuzigung des Apostels Petrus, des ersten aller Päpste Roms, die sich als seine Nachfolger allesamt als „Stellvertreter Christi“ verstanden. Bis zum Jahr 1586 stand der Monolith deshalb unverrückt links vom Petersdom, am ehemaligen Haupteingang der Basilika. Genau dort nämlich hatte ihn Kaiser Caligula im Jahr 38 als zentralen Blickfang im Zentrum seines neuen Circus aufrichten lassen. Doch Kaiser Nero übernahm diese Arena von Caligula nicht nur für seine Wagenrennen, sondern auch zur Inszenierung des ersten Massakers an Roms junger Christenheit im Jahr 68, dem der Apostelfürst unter vielen anderen zum Opfer fiel. Nach seinem Tod wurde Petrus einen Steinwurf weiter in jenem Grab bestattet, über das sich heute die Peterskuppel Michelangelos wölbt. Der Apostel hatte sich im Gegensatz zu Jesus von Nazareth kopfüber kreuzigen lassen. Doch bevor ihm die Augen brachen, schaute er auf diesen Stein. Darum ließ Papst Sixtus V. Den 320 Tonne...