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Auch der Papst hört nicht nur Gottes Wort

Papst Franziskus liebt die Musik. Aber was hört er sich am liebsten an? Eine neue Audiothek wird das Geheimnis bald lüften.

https://drive.google.com/uc?export=view&id=1NObRlYIYD1667cWcZiuof0QxjzBM2mqL

Via della Conciliazione Nummer 5: Diese Adresse kennen nur die wenigsten. Hier befindet sich das vatikanische Kulturministerium. In einem Raum auf der dritten Etage dieses unscheinbaren Gebäudes zwischen Engelsburg und Petersdom ist die so genannte «Audioteca Papa Francesco» untergebracht: die Audiothek von Papst Franziskus.

Rund 1800 CDs und Schallplatten, aber auch Musikinstrumente und Noten, stehen hier ordentlich geordnet in Regalen. Von der Wand schaut ein lächelnder Franziskus von einem Foto auf die Besucher herab.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1gPbgYzKu0A77g8Tc0iPOIU0Z3XRDuaLu

Bach und Beethoven 

Was gleich auffällt: Da ist ganz viel Musik von Johann Sebastian Bach, von Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart. Und da sind die Klassiker: Opern und Streichkonzerte und viele Bach-Kantanten und -Passionen.

Von Papst Benedikt XVI. weiss man, dass er ein ausgewiesener Musikliebhaber ist. Sein Vorgänger Joseph Ratzinger spielte in jüngeren Jahren sogar passabel Klavier. Der heute 94-jährige soll, so heisst es aus seiner Umgebung, immer noch jeden Tag klassische Musik hören.

Diverser als Ratzinger

Im Unterschied zum deutschen scheint der argentinische Papst einen ziemlich breiten Musikgeschmack zu haben. Die CDs und Schallplatten der Audiothek bieten auch religiöse Musik der orthodoxen und armenischen Kirche. 

Aber auch Chansons von Edith Piaf, US-amerikanische Gospelmusik, zeitgenössische Kompositionen und sogar eine CD mit Rap-Musik gehören zur ziemlich eklektischen Sammlung. Und dann gibt es noch Aufnahmen ritueller Musik aus Afrika und von anderen Kontinenten.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1O__n9NzvH0UbqoYXsG6s5EbLb9eHIlpi

Zuhause fehlt der Platz

Die CDs kommen direkt von Franziskus. Wie der Direktor der Audiothek, der britische Organist Richard Rouse, berichtet, schickt der Papst die Tonträger, wenn er sie gehört hat, an seinen Kulturminister, Gianfranco Ravasi. Und selbiger soll, so Franziskus, sie allen zugänglich machen. So entstand die Idee der päpstlichen Audiothek.

Die Idee entstand sicherlich auch, weil Franziskus nicht im Papstpalast mit seinen riesigen Sälen, sondern in einer kleinen Suite in einem vatikanischen Pilgerhotel beim Petersdom wohnt. Viel Platz für eine Musiksammlung gibt es dort nicht. 

Bild für die Ewigkeit

Noch ist die «Audioteca Papa Francesco» nicht für Besucher zugänglich. Direktor Rouse will die Sammlung noch etwas anreichern, bevor sie öffentlich werden soll. Und dafür muss Franziskus noch mehr Tonträger schicken. Doch der 85-jährige Pontifex hat in der Regel einen vollen Arbeitstag und nur wenig Zeit zum Hören neuer CDs und Schallplatten.

Doch dann und wann findet Franziskus Zeit, sogar höchstpersönlich Musik einkaufen zu gehen. Wie zuletzt Anfang Januar dieses Jahres: Einem Fotografen gelang ein Bild, das anschliessend um die Welt ging. 

Papst Franziskus verlässt ein Musikgeschäft im römischen Zentrum, in der Nähe des Pantheons, mit einer Tüte mit neuen Schallplatten in der Hand. Schallplatten, die in den kommenden Wochen in der «Audioteca Papa Francesco» landen.

Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 19.1.2022, 17:10 Uhr;  

  • Höre auch den Radiobeitrag via LINK.

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