Direkt zum Hauptbereich

Niederlande: Osterblumen für Sankt Peter, eine Tradition lebt fort

Zu Ostern fluten die Niederlande den Petersplatz in Rom mit Blumen – seit 1986. Die Corona-Pandemie drohte diesen schönen Brauch zu beenden. Doch dann übernahm die Friesenkirche am Rand des Petersplatzes. Auch 2023 gibt es also wieder „Blumen für den Papst“.

https://drive.google.com/uc?export=view&id=1spbvhibIkZjrUI4aviJq_kUojuQupPcc

„Es ist schön, dass die Katholiken aus den Niederlanden, oder - größer gesagt - überhaupt die Christen in den Niederlanden gemeinsam zu Ostern die Blumen dem Heiligen Vater anbieten“, sagt Antoine Bodar, der Rektor der römischen Friesenkirche, gegenüber Radio Vatikan. Zehntausende Schnitt- und Zwiebelblumen verwandeln Jahr für Jahr zu Ostern den Petersplatz in ein Blumenmeer, ein Symbol der Auferstehung und des Lebens.

Es ist eine große logistische Aktion, die 1985 ihren Anfang nahm. „Da wurde (in Rom) der Karmeliterpater Titus Brandsma aus dem niederländischen Friesland selig gesprochen, aus diesem Anlass kamen zum ersten Mal die Blumen“, erklärt Bodar. Dann wurde die Idee geboren, auch zum nächsten Osterfest dem Papst den Blumenschmuck zu spendieren. „Und dann hat man gesagt, ach, das ist eigentlich schön, lasst uns das weitermachen.“
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1ZIhlXs4ZGlkLHeUxlpEiuA2u_b5Jq3KL

Petersplatz, Ostern 2019
Hier zum Nachhören

Doch dann kam Corona. 2020 feierte der Papst Ostern fast allein vor Fernsehkameras, auch 2021 waren nur wenige Gläubige zur Auferstehungsmesse zugelassen, im Petersdom, nicht auf dem Platz. Und danach waren viele Sponsoren aus der niederländischen Floristikindustrie abgesprungen. „Es passt nicht mehr in ihr Marketing-Konzept“, erklärte damals der langjährige Chef-Organisator, der niederländische Florist Paul Deckers, der die Aktion „Blumen für den Papst” mit Herzblut gemanagt und dafür 2015 von Franziskus eine Auszeichnung erhalten hatte. „Dann haben wir gesagt: Lass uns das weiterführen“, erzählt der Rektor der Friesenkirche. „Und wir haben jetzt alte und neue Sponsoren gefunden, wir haben einen neuen Arrangeur und wir können das jetzt fortsetzen.“
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1SAAAzoXU3njVI3PGmm5gxa_KUlmsTxdZ

2022 waren die Blumen auf dem Petersplatz schon dem Einsatz aus der Friesenkirche zu verdanken, und dieses Jahr wieder. Das florale Programm ist abgespeckt, das schon: Früher brachten die Kühl-Transporter mit den niederländischen Nummerntafeln am Gründonnerstag auch mal 50.000 Blumen nach Rom, sogar Büsche und Bäume im Kübeln. „Die Bäume können wir besser in den Niederlanden lassen, soweit ich das sagen darf“, so Bodar: „Blumen reichen.“

Holländische Arrangeure arbeiten in der Freizeit

Tulpen, Hyazinthen, Rosen, Narzissen, Orchideen sind ein Ostergeschenk an den Papst und an die Welt, ein Geschenk, das aber natürlich etwas kostet. Die niederländischen Floristen und Floristinnen, die eigens nach Rom kommen und am Karfreitag und Karsamstag den Platz schmücken, tun das Bodar zufolge in ihrer Freizeit, aber die Blumenindustrie selbst ist aufwändig, Benzin und Maut wollen bezahlt werden. Etwa 50.000 Euro muss der niederländische Priester dafür aufbringen, Spenden sind willkommen.

Doch jetzt schon lässt sich sagen: Der holländisch-römische Osterbrauch ist glücklich gerettet. „Zu Ostern schauen doch viele Leute nach Rom, zum Urbi et Orbi des Papstes. Und die Leute in den Niederlanden, die fernsehen, freuen sich alle, dass da diese Verbindung besteht, obwohl die Niederlande sehr säkularisiert sind. Und das gibt uns auch Hoffnung für die Zukunft.“

(vatican news – gs)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

200 Jahre Löwendenkmal in Luzern – neue Infotafeln sollen Blick auf die Geschichte des Denkmals schärfen

Mit öffentlichen Führungen und einer Gedenkfeier am 10. August gedenkt die Stadt Luzern dem 200-jährigen Bestehen des Löwendenkmals. Das Löwendenkmal in Luzern ist eines der bekanntesten Denkmäler der Schweiz und hat internationale Ausstrahlung. Der in den Luzerner Sandstein gemeisselte sterbende Löwe erinnert an den Tuileriensturm 1792, bei dem Hunderte von Schweizergardisten im Dienst des französischen Königs starben. Am 10. August 1821, also rund 29 Jahre später, wurde das Denkmal in Luzern eingeweiht. Zu seinem 200-jährigen Bestehen führt die Stadt nun eine Reihe von Veranstaltungen durch. Jährlich rund 1,4 Millionen Besucher «Das Löwendenkmal übt eine unglaubliche Anziehungskraft aus», sagte der Luzerner Stadtpräsident Beat Züsli am Dienstag an einer Medienkonferenz. Es werde jährlich von rund 1,4 Millionen Gästen aus aller Welt besucht, mit einem pandemiebedingt zurzeit markanten Rückgang. Als Erstes wurde die Löwendenkmal-Anlage jetzt mit neuen Informations...

Ungewöhnlich: Schweizergardisten schwören Papst persönlich die Treue

Vatikanstadt  ‐ Notfalls geben sie ihr Leben für den Papst – die 135 Schweizergardisten im Vatikan. Am Samstag schworen 27 junge Männer dem katholischen Kirchenoberhaupt persönlich ihre Treue. Ein ungewöhnlicher Vorgang. Das gab es seit 1968 nicht mehr:  27 neue Schweizergardisten  haben Papst Leo XIV. am Samstag persönlich ihre Treue geschworen. Bei der feierlichen Vereidigung im Vatikan versprachen die jungen Männer, den Papst und seine rechtmäßigen Nachfolger notfalls unter Einsatz ihres Lebens zu schützen. Am Tag zuvor hatte Leo XIV. überraschend sein Kommen zu der feierlichen Zeremonie Vatikans angekündigt. Es war die erste Teilnahme eines Papstes an dem Akt seit dem Jahr 1968. Üblicherweise vertritt der Substitut des Staatssekretariats – aktuell  Erzbischof Edgar Pena Parra  – das Kirchenoberhaupt bei der Feier. Er ist der Verwaltungschef und die "Nummer Drei" des Vatikans. Papst dankt und lobt Papst Leo XIV. dankte  in einer kurzen Ansprache ...

Wanderausstellung zum Turiner Grabtuch

In diesem Sommer wird unsere Kirche zum Ausstellungsort für eine der faszinierendsten Fragen der Menschheitsgeschichte:  Wer ist der Mann auf dem Tuch? Die kulturhistorisch, religiös und wissenschaftlich aufbereitete Wanderausstellung unter der Schirmherrschaft von Bischof Joseph Bonnemain lädt Besucherinnen und Besucher ein, das Turiner Grabtuch aus verschiedenen Blickwinkeln kennenzulernen, sich selbst ein Bild zu machen und vielleicht die Frage für sich ganz persönlich beantworten zu können. Selbst Führungen durchführen? Interessiert an einer Mitarbeit? Bei Fragen oder Interesse an einer Mitarbeit, z. B. als Ehrenamtliche/r für Führungen oder Organisation, wenden Sie gerne an Christoph Borucki K ontakt : Christoph Borucki, grabtuch(a)marialourdes.ch Weitere Informationen zu dieser Ausstellung finden Sie auch auf der  offiziellen Webseite . Eröffnungsgottesdienst mit Bischof Joseph Bonnemain Samstag, 16. August 2025, um 16:00 Uhr,  in der Kirche Maria Lourdes, Zürich-Se...