Sie haben nichts zu sagen, empfangen aber Jahr für Jahr Millionen Museumsbesucher. Im Schatten der großen Kunst tun sie still ihre Arbeit: Sie bewachen die Schätze des Vatikans. Die Wächter der Vatikanischen Museen gehören zu den Namenlosen der Kultur. Sie sterben still. Von ihnen hört man nichts, obwohl die Sammlungen schließen müssten, träten sie nicht ihren Dienst an. So wie alle Wege aus allen Gegenden nach Rom führen, braucht man für den Weg zurück Gründe. Die Päpste, die die Zeitlosigkeit repräsentieren, im Leben wie im Tod, müssen sich keine Sorgen darüber machen, dass ihr Wort weltweit einen Platz in der Gegenwart findet, auch wenn es nicht dringlich ist. Der Balsam für die Seele hat kein Verfallsdatum. Sehr viel schwieriger haben es in dieser Hinsicht die stummen Wächter der angehäuften Vergangenheiten. Mag ihre Bedeutung in Rom, verglichen mit der Größe ihres Dienstherrn, unbestritten minimal sein, außerhalb der Grenzen des Vatikans hat dieser winzige Rest sich schnel...